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Barschfeste Pflanzen

Pflanzenfresser meiden „Barschpflanzen“

(Text: Robert Brungert)

Zu jedem richtigen Süßwasseraquarium gehören Aquarienpflanzen. Diese zehren Nährstoffe auf und mindern das Algenwachstum. Außerdem brauchen viele Aquarienbewohner einen Schutzbereich. Auch optisch wirkt das bepflanzte Aquarium schöner. Ärgerlich ist es, wenn die Wasserpflanzen abgefressen oder herausgewühlt werden. Einige Schnecken oder Fische sind immerhin reine Pflanzenfresser. Gerade Buntbarsche, häufig auch Cichliden genannt, sind für ihren Hunger bekannt. Viele Arten wühlen im Bodengrund oder drehen Steine herum. Aquarienpflanzen, die das überstehen, überleben auch andere Pflanzenfresser. Sie werden oft als „Barschpflanzen“ bezeichnet.

Die sogenannten Barschpflanzen zeichnen sich durch unterschiedliche Eigenschaften aus:

- sehr harte oder dornenartige Blätter
- dicke und zähe Blätter
- sehr bitterer Geschmack
- festes Wurzelwerk oder gute Haftwurzler
- sehr schnelles Wachstum

Die gewählten Barschpflanzen müssen die jeweiligen Wasserwerte vertragen und sind für ein gesundes Wachstum passend zu beleuchten und zu düngen.

Pflanzenfresser im Aquarium – einige der üblichen Verdächtigen:

  • Apfelschnecken der Gattung „Marisa“ wie Paradiesschnecken „Marisa cornuarietis“
  • Zebra-Apfelschnecken „Asolene spixi“
  • Apfelschnecke „Pomacea bridgesii“
  • Verschiedene Saugwelse wie „Ancistrus sp.“, wenn sie zu wenig Futter erhalten
  • Lebendgebärende wie Platys und Mollies, wenn sie zu wenig Futter erhalten
  • Buntbarsche beziehungsweise Cichliden vieler Arten

Probleme mit Barschpflanzen

Im Allgemeinen sind Barschpflanzen robust und beständig. Zuerst müssen sie aber im oder auf dem Bodengrund beziehungsweise als Haftranker auf Deko-Wurzeln oder Steinen festwurzeln und heranwachsen. Hier ist sehr genau auf die jeweilige Pflanze zu achten, um die entsprechende Pflanz-Strategie zu wählen. Außerdem sind einige Barschpflanzen mit ihrem frischen Grün weniger geschützt. Die Pflanzenfresser beißen dann genau diese entscheidenden Stellen heraus.

Wie auch bei anderen Wasserpflanzen wachsen einige langsam und sind schnell von den anderen überwuchert. Die langsam wachsenden oder klein bleibenden Barschpflanzen müssen deswegen etwas größer oder zahlreicher im vorderen Bereich stehen. Schnellwachsende Hintergrundpflanzen sind nicht zu zahlreich zu setzen.

Einige Wasserpflanzen gedeihen für sich alleine, andere fühlen sich in einer kleinen Artengruppe wohler.

Barschpflanzen verankern

Was machen Schnecken, Buntbarsche oder andere Bewohner im Aquarium? Sie sind auf beengtem Raum ständig aktiv und lassen keine Stelle aus. Frisch gesetzte Wasserpflanzen sind eine willkommene Abwechslung und werden abgefressen, umgewühlt oder angenagt. Je größer oder zahlreicher diese Pflanzenfresser sind, umso schwieriger wird es.

Setzlinge genügender Größe sind deswegen zu verankern. Häufig werden diese in Steinwolle geliefert, viele Aquarianer entfernen diese restlose vor dem Einsetzen oder setzen sie zumindest tief in den Bodengrund. Es kann helfen, ein paar Steine zu den Seiten zu legen. Oder die Pflanzen werden durch einen schweren Lochstein geschoben und mit diesem in den Bodengrund gesetzt. Haftranker können ebenfalls zuerst durch ein Loch oder eine Spalte gezogen werden, ohne empfindliche Stellen zu quetschen.

Eine andere Strategie wäre, diesen ersten Schritt in einem zweiten Aquarium vorzunehmen. Die Wasserpflanzen können mit ihrem Lochstein, ihrem Stein oder ihrer Wurzel fest verwurzeln und werden dann rüber gesetzt. Für Haftranker wäre das Dekoelement also für diese Zeit aus dem eigentlichen Aquarium zu entnehmen.

Bodengewichte

Aquarien sollen nicht schwere werden als notwendig. „Felsbrocken“ sind deswegen oft innen hohl oder aus sehr leichtem Material. Dieses kann jeder mit etwas Geschick aus Portlandzement, Sand, Putzgitter und gegebenenfalls Epoxidharz herstellen. Was aber, wenn es klein und schwer sein soll? Lochgestein hat seinen Preis und auch Volumen. Perfekt wäre es, aus dem Putzgitter ein „U“ zu schneiden, dieses mit etwas Zement einzufassen und dann mit dem Epoxidharz zu versiegeln. Dieses „U“ kann um den Pflanzenstiel liegen und lässt sich später leicht entfernen. Der Innendurchmesser von 2 cm reicht also meistens bereits, ein Außendurchmesser von 6 bis 8 cm sollte für ein flaches „U“ mit genügendem Gewicht genügen. Ansonsten lässt es sich mit weiteren Steinen beschweren.

Wichtig bleibt, Stängelpflanzen nicht alle zusammen, sondern leicht verteilt zu pflanzen, weswegen ein langes „U“ vorteilig sein kann. Theoretisch kann solch ein „U“ auch über einen Ast hängen und einen Haftranker damit einkeilen, um diesen nicht aufbinden zu müssen. Nur, dass dieser auch an das „U“ anhaftet.

Alternativ kann eine längliche kleine Schiefer-Steinplatte durchbohrt und mit der Flex zu einer Seite aufgeschnitten werden. Es gibt also viele Möglichkeiten, um sich Gewichte für die Bepflanzung im Bodensubstrat zu bauen. Die Materialien müssen sich jedoch für die Aquaristik eignen und sollen nicht zum Überträger von Krankheiten oder Parasiten zwischen den Aquarien werden.

Pflanzen für den vorderen oder mittleren Bereich

  • Zwergspeerblatt „Anubias barteri nana“, Kaffeeblättriges Speerblatt „Anubias barteri coffeefolia“ oder andere Anubien / langsam wachsend, der Haftranker wird normalerweise auf Steine aufgebunden
  • Javafarn beziehungsweise Schwarzwurzelfarn „Microsorum pteropus“ und andere Farne der Gattung „Microsorum“ wie „Microsorum minor“ „Microsorum pteropus Trident“ „Microsorum pteropus Narrow“ / wuchert mit der Zeit, wird als Haftwurzler normalerweise auf Steine oder Wurzeln aufgebunden, frische Pflanzenteile sind leider gegen Fraßschäden anfällig
  • Breitblättriges Pfeilkraut „Sagittaria platyphylla“ / wächst normal, bildet aber regelmäßig Ausläufer und neigt zur Teppichbildung, die Setzlinge werden in den Boden gesetzt
  • Pflanzen der Gattung „Bucephalandra“ / schnell oder langsam wachsend, werden als Haftranker aufgebunden oder sollen beim Pflanzen mit dem Rhizom nie komplett eingegraben werden
  • Mooskugeln oder Moosalgen-Ball „Aegagropila linnaei“ / sehr langsam wachsend, die faserige Grünalge bildet Bälle, welche gelegentlich zu wenden sind, aber auch flach auf Holz oder Steine aufgebunden werden können

Pflanzen für den mittleren oder hinteren Bereich

  • Dauerwellen-Hakenlilie „Crinum calamistratum“ und andere Crinum-Arten / langsam wachsende Zwiebelgewächse, die in den Bodengrund zu setzen sind
  • Kongo-Wasserfarn – „Bolbitis heudelotii“ / wuchert mit der Zeit, wird mit Nylonfaden aufgebunden, da die Rhizome sonst faulen, braucht bewegtes warmes Wasser
  • Riesenvallisnerie – „Vallisneria americana“ oder andere „Vallisneria“-Arten / die Wurzeln sollen im Bodensubstrat verankern, die lang wachsenden Blätter schwimmen auf der Oberfläche und sollen eingekürzt werden, das Wachstum gleicht gelegentliche Fraßschäden aus – Riesenvallisnerie eignet sich zur Nachahmung des natürlichen Lebensraumes der Malawi Cichliden
  • Große Amazonas-Schwertpflanze „Echinodorus rangeri“ oder andere „Echinodorus“ / wird für kleine Aquarien zu groß und muss zum Einpflanzen wenigstens 10 cm Bodensubstrat vorfinden
  • Riesen-Wasserkelch „Cryptocoryne usteriana“ oder noch größer als „Cryptocoryne aponogetifolia“ sowie andere „Cryptocoryne“ / langsam wachsend aber groß werdend, in das Bodensubstrat zu pflanzen
  • Cichlidenkraut „Justicia gendarussa“ / langsam bis über die Wasseroberfläche hinaus wachsend, lässt sich jedoch einkürzen – wird in den Bodengrund gesetzt und braucht warmes Wasser
  • Großblättrige Wasserfreunde „Hygrophila“ wie den Indischen Wasserfreund „Hygrophila polysperma“ / schnell wachsend und können als Bundpflanzen aufgeteilt und tief in den Boden gesteckt werden

Quellen:

https://www.aquarium-ratgeber.com