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Ein Meerwasseraquarium kaufen

Sie möchten sich ein Meerwasseraquarium kaufen - da ist die erste und wichtigste Frage die wir mit praktisch allen Ein- oder Umsteigern in die Meerwasseraquaristik besprechen, wenn sie zu uns in den Laden kommen:

Welches Meerwasseraquarium ist "für mich" zu empfehlen?

Um es etwas einfacher und übersichtlicher zu machen, haben wir die verschiedenen Aspekte unserer Beratung in einer kurzen für-und-wieder Betrachtung zusammengefasst.

Welche Meerwasserquarium-Größe?

Über die richtige Größe für den Ein- oder Umstieg auf Meerwasser haben wir bereits in unserem Blog einen längeren Artikel verfasst:

Welche Aquarium Größe für den Meerwasser-Einsteiger, Fortgeschrittenen und Experten

Ich möchte hier aber nochmal kurz die wichtigsten Daten zusammenfassen: Wer wirklich neu in die Aquaristik einsteigen möchte und dies mit einem Meeresaquarium, der sollte sich selbst den Gefallen tun und das Becken groß genug wählen. Wir empfehlen dafür Aquarien ab ca. 250 Liter und ca. 100 cm Beckenlänge. Mit diesem Volumen sind die Wasserwerte gut stabil zu halten und mit 100 cm Länge hat man auch schon etwas Schwimmraum um einen Fisch (sehr abhängig von der Fischart!) bis maximal 15 cm Gesamtlänge halten zu können. Aquarien über 500 Liter Volumen sind wiederum so träge, dass sich Anfänger häufig schwertun den "Dampfer" in die richtige Richtung zu lenken.
Ausdrücklich empfehlen wir für den Einstieg kein Nano Aquarium!

Weitere Aspekte zur Beckengröße finden Sie in dem Artikel im Blog!

Beispiele:

Einsteiger Meerwasseraquarium

Nano Aquarium

Großes Meerwasseraquarium

Meerwasseraquarium Kosten

Natürlich kommt es im Detail bei den Kosten auf jedes Element der Ausstattung an und man kann diese Frage nicht akkurat pauschal beantworten. Aber um eine Idee zu haben, wenn man ein Meerwasseraquarium plant, dann hat es sich bewährt, wenn man als Faustformel von ca. 10 € pro Liter ausgeht. Das bedeutet also, dass man für ein 1.000 Liter Becken am Ende 10.000 Euro oder auch mehr ausgegeben haben kann. 

Und geht es auch deutlich günstiger? JA! Wir haben junge Meerwasseraquarianer als Kunden, die ihr 150 Liter Süßwasseraquarium auf Salzwasser umgestellt haben und die mit einigen hundert Euro ein schönes Meerwasserbecken betreiben. 

Offenes oder geschlossenes Meerwasseraquarium?Offenes Meerwasseraquarium mit LED

Die meisten Meerwasseraquarien werden als offenes System, das heißt ohne Abdeckung betrieben. Warum ist das so?

Gründe für das offene Meerwasseraquarium:

Im Verhältnis zu Süßwasseraquarien benötigen Salzwasseraquarien erheblich mehr Lichtleistung um den Anforderungen der sessilen Tiere, den Korallen zu genügen. Dabei entsteht unabhängig von der Leuchtmittelart auch immer eine entsprechende Menge an Wärme. Während in der kalten Jahreszeit diese Wärme hervorragend genutzt werden kann um das Salzwasser auf tropische Temperaturen aufzuheizen, stellt es in der wärmeren Jahreszeit oft ein Problem da diese Wärme abzuleite. Denn obwohl Korallen und Rifffische Temperaturen bis 29°C sehr gut vertragen und die Korallen bei diesen Graden sogar hervorragend wachsen können, so kann schon ein Grad mehr, also wirklich ab 30°C die gefürchtete Korallenbleiche einsetzen. Das bedeutet, man muss auf jeden Fall dafür sorgen, dass das Aquarium NIE mehr als 29° Wassertemperatur aufweisst. Am einfachsten lässt sich das bei einem offenen Aquarium mit einem Aquariumventilator umsetzen. 

Darüber hinaus sollte man bedenken, dass Wasserspritzer aus Salzwasser etwas zurücklassen wenn sie verdunsten, nämlich Salz. Diese Salzkrusten enthalten darüber hinaus viel Kalk (bzw. Härtebildner) und der kann aus einer ehemals durchsichtigen Deckscheibe schnell ein "Milchglas" machen. 

Beispiele: 
Aqua Medic Xenia
Red Sea Reefer

Wann ist ein geschlossenes Meerwasseraquarium sinnvoll?

Ein größeres Aquarium, egal ob Süß- oder Meerwasser verdunstet besonders als offenes System einiges an Wasser. In besonders trockenen Räumen kann diese natürliche Luftbefeuchtung ausgesprochen sinnvoll und angenehm sein. Wenn aber die Raumfeuchte bereits Werte von 50-60% oder darüber aufweisst, dann kann die weitere Zufuhr von Feuchtigkeit zu Schimmelbildung führen. In solchen Fällen kann ein geschlossenes Aquariensystem die ideale Alternative sein. Für das Wärmeproblem im Sommer sollte man sich dann mit einem Durchlaufkühler beschäftigen.

Gerade wenn man sich für ein geschlossenes Aquariensystem entscheidet, empfehlen wir auf die Meerwassereignung der verwendeten Materialien zu achten. Abdeckungen in denen Metalle (Schrauben etc.) verarbeitet sind, stellen ein Risiko für die Wasserqualität da. Salzwasser ist sehr korrosiv und setzt auch vielen Kunststoffen zu.

Beispiele:
Eheim incpiria marine 

Ein Meerwasseraquarium als Komplettsystem oder individueller Aquarienbau

Um es gleich vorweg zu nehmen: nach unserer Erfahrung unterscheiden sich die beiden Lösungen im Endergebnis nicht wirklich im Preis. Plant man ein individuelles Meerwasseraquarium in den gleichen Dimensionen und mit den gleichen technischen Komponenten wie ein Komplettsystem, so entstehen auch in etwa die gleichen Kosten!

Die Vorteile für den individuellen Aquarienbau scheinen aber auf der Hand zu liegen: Man kann die Maße und die technischen Komponenten komplett auf seine eigenen Wünsche (und den eigenen Geldbeutel) abstimmen. Und wer schon etwas Erfahrung mit der Meerwasseraquaristik gesammelt hat und sich über seine Wünsche und Bedürfnisse im klaren ist, der fährt mit einer solchen Lösung optimal. 

Aber: Man muss wissen was man will oder viel Zeit und Geduld für die Beratung mitbringen!

Die Meerwasseraquarien, die wir als Komplettsystem (oder auch Teilsystem) anbieten, haben dagegen den Vorteil, dass sie schon von Seiten des Herstellers mit passenden technischen Komponenten und harmonischen Dimension geplant werden.

Auch bei einem Meerwasseraquarium Komplettset braucht man allerdings noch einiges an Zubehör: Meersalz!, Wassertests, Kescher, Salzdichtemesser (Aräometer, Refraktometer), Lebende Steine, Bodengrund

Meerwasseraquarium mit oder ohne Technikbecken

Für die alten Hasen der Meerwasseraquaristik ist es klar: ein Meerwasseraquarium muss ein Technikbecken haben. Aber ist das wirklich so? Die Alternative zu einem separaten Technikbecken ist die Unterbringung von Abschäumer etc. in einem "Technikabteil". Für solche Technikbereiche im Aquarium gibt es verschiedene Lösungen: 
- durch Glas oder Kunststoff abgeteilte Bereiche (z.B. Aqua Medic Cubicus, Fluval Reef M60, Red Sea Max)
- "Filtereinheiten" die mehrere Komponenten direkt beinhalten (z.B. von Tunze: Reefpack)

Für ein separates Technikbecken im Unterschrank sprechen: 
- Man hat viel Platz um alle Technikkomponenten unterzubringen und zu warten
- die meiste Technik liegt außerhalb des Sichtbereiches der Betrachter
- man kann in der Regel deutlich einfacher neue Komponenten (Kalkreaktor, UV, Ozon etc.) hinzufügen
- man kann ein Algenrefugium anschließen
- Wasserwechsel und andere Zudosierungen finden nicht direkt im Aquarium statt und die Gefahr das aggressive Bestandteile direkt mit empfindlichen Tieren zusammenkommen ist geringer (z.B. bei der Dosierung von Kalkwasser etc.)

Für ein "Technikabteil" im Aquarium sprechen:
- es gibt keine Bohrungen im Becken und damit kein Risiko das etwas "undicht" wird
- wer Probleme damit hat auf den Knien vor dem Technikbecken zu hocken um den Abschäumer zu reinigen etc. kommt mit dem Technikabteil deutlich besser zurecht
- man kann den Unterschrank für die notwendigen Utensilien nutzen und braucht keine Angst vor Feuchtigkeit im Schrank zu haben
- gerade bei den kleineren Becken ist es problemlos die Nanoaquarien auf unterschiedliche "Unterschränke", Schreibtische etc. zu stellen

Als bisher einziger Aquarienhersteller hat Red Sea die Vorteile beider Systeme kombiniert und so können zum Beispiel die Aquarien der Max Serie sowohl mit Filterabteil als auch mit Technikbecken betrieben werden. Die notwendigen Bohrungen sind bereits vorhanden und versiegelt.