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Aquarium einrichten: Tipps für Anfänger und Fortgeschrittene

Schritt für Schritt ein Pflanzenaquarium einrichten

Pflanzenaquarium1. Aquarium auswählen und kaufen

Wir empfehlen dem Einsteiger ein nicht zu kleines Aquarium, z.B. Aquariensets zwischen 60 und 100 Litern. Etwas größere Becken sind biologisch leichter stabil zu halten und man läuft nicht so schnell Gefahr, die Aquarien mit zuvielen Fischen zu besetzen. 

2. Aquarium aufstellen

Stellen Sie das Aquarium an einem möglichst ruhigen und dunklem Standort auf. Nervöse Fische reagieren mitunter sehr verschreckt, wenn es um sie herum zu hecktisch ist. Der dunkle Standort bringt die Aquariumbeleuchtung am besten zur Geltung. Der Abstand zum Fenster hilft auch um gro0ße Temperaturschwankungen durch Sonneneinsttrahlung im Sommer oder durch Zugluft im Winter zu vermeiden.

3. Aquarium vorbreiten

Putzen Sie die Scheiben mit klarem Wasser und trocknen Sie sie mit einem Microfasertuch oder Haushaltspapier. So entfernen Sie Silkonöl und andere Produktionsrückstände. Das sollten Sie auch mit allen anderen technischen Komponenten machen die Sie in das Aquarium einbringen. Chemische Reinigungsmittel sind dabei strickt unerwünscht. Wenn nötig gibt es Aquarien-verträgliche Reinigungsmittel.

Bei rauem oder unebenen Boden sollten Sie auf jeden Fall eine Aquarienunterlage verwenden. Außerdem empfehlen wir eine solche Unterlage auf Flächen die stark Wärme leitend sind und damit das Aquarium von unten auskühlen können.

4. Steine und Bodengrund einbringen

Wenn Sie vorhaben große Steine in das Aquarium einzubringen (z.B. Steine die fast bis zur Oberfläche reichen) , dann sollten Sie diese VOR dem Einbringen des Bodengrundes einbringen. Ansonsten kann es durch grabende Tiere, Fische oder auch Schnecken, dazu kommen, dass der Steinaufbau rutsch oder zumindest wandert und damit zu ungewollten Veränderungen führt.

Bei sehr schweren Steinen empfiehlt es sich, die Steine auf eine dünne Schicht Sand oder z.B. auf ein Kunststoffgitter zu setzen, um die Bodenscheibe gleichmäßig zu belasten und keinen Bruch zu riskieren. Wer nur kleinere Steine zur Dekoration einsetzt, sollte diese nach dem Bodengrund einbringen, sonst wird zuviel von den Steinen verdeckt. 

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Pflanzen brauchen den richtigen Boden zur Wurzelbildung und Nahrungsaufnahme. Auch verschiedene Fischarten „gründeln“ gern und suchen den Boden nach Nahrung und Algen ab.
• Gut eignet sich meistens Kies mit mittlerer Körnung (2 – 3 mm) oder feinerer Sand (z.B. 0,4-0,1 mm).
• Achten Sie auf rund geschliffene Kiesel, damit sich die Fische nicht verletzen    
• Waschen Sie den Bodengrund gründlich mit lauwarmem Wasser
• Legen Sie zuunterst eine Schicht Depotdünger (Granulat oder Plattenform) in Ihr Aquarium
• Wenn Sie das Becken hauptsächlich mit wurzelnden Pflanzen besetzen wollen: Mischen Sie eine erste Kieslage – ca. 2 cm – mit Bodengrunddünger und verteilen Sie diese darüber
• Als dritte Schicht folgt der reine Bodengrund: ca. 3 bis 6 cm 

Aus optischen Gründen und für die Wartung empfiehlt es sich den Bodengrund nach hinten hin ansteigen zu lassen. Man bekommt so eine bessere Tiefenwirkung und kann den angesammelten Mulm direkt vorne absaugen.

5. Technik einsetzen

Welche Technik Sie einsetzen sollten, hängt von der Größe Ihres Aquariums, von der Einrichtung, vom Fischbesatz und Ihren Ansprüchen ab.

Sie brauchen als Grundlage in jedem Fall:
• gute Beleuchtung
• einen Aquarienheizer
• ein Thermometer
• einen effektiven Innen- oder Außenfilter, bestückt mit den richtigen Filtermedien

6. Aquarium Dekoration einbringen

Steine oder Wurzelholz machen die Unterwasserlandschaft interessant und dienen den Fischen als Versteck oder Reviermarkierung. Setzen Sie aber nicht zu viel davon ein, damit den Pflanzen und
Fischen genug Platz bleibt. 

  • Reinigen Sie das Dekorationsmaterial gründlich mit einer Bürste unter fließendem Wasser (evtl. auskochen), Holzwurzeln evtl. längere Zeit wässern
  • Verwenden Sie nur Dekorationen, die keine Stoffe ans Wasser abgeben, keinen Kalk enthalten und keine metallischen Einschlüsse haben
  • Frisches Holz ist als Dekoration ungeeignet, da es sehr schnell anfängt zu schimmeln

7. Wasser einlaufen lassen bis Oberkante Bodengrund

Damit der Boden durchnässt und beschwert ist, lassen Sie ca. 10 cm Wasser einlaufen. Je nachdem welche Fische und Pflanzen Sie einsetzen wollen, kann das ggf. Leitungswasser, Regenwasser, Osmosewasser oder eine Mischung davon sein. Das Wasser sollte mindestens 20°C warm sein. Um ein komplettes Aufwühlen des Bodengrundes zu vermeiden, empfiehlt sich der Einsatz einer Plastiktüte am Boden, über die man das Wasser sanft einfließen lässt.

8. Pflanzen einsetzen

Denken Sie daran, dass die meisten Pflanzen noch wachsen
• Setzen Sie große Pflanzen nach hinten, kleiner nach vorn
• Entfernen Sie vorsichtig alle (Blei-) Bänder, Plastiktöpfe, Steinwolle usw.
• Schneiden Sie abgestorbene Blätter und Stängelteile ab
• zu lange Wurzeln >10 cm sollten Sie kürzen

9. Wasser komplett auffüllen und Technik starten

Wenn alle Geräte installiert sind, füllen Sie das Aquarium weiter auf:
• lauwarmes Wasser (min. 20°C) bis knapp (ca. 2-3 cm) zum oberen Beckenrand
• Wasseraufbereiter zugeben, um schneller die optimale Wasserqualität für Ihre Fische zu erreichen

Damit die Pflanzen aktiv werden und sich Bakterienkulturen ansiedeln können, nehmen Sie Ihr Aquarium nun in Betrieb, d.h.:
• Licht einschalten und Zeitschaltuhr auf 8 bis 10 Stunden Beleuchtung programmieren
• Filter im Dauerbetrieb (Tag und Nacht) laufen lassen
• Reglerheizer auf ca. 25 °C stellen

10. Der schwerste Teil: WARTEN

Bevor Sie die ersten Fische einsetzen können, muss sich das ökologische Gleichgewicht in Ihrem Aquarium erst einpendeln.
Die „Einfahrphase“ dauert etwa zwei-drei Wochen.
• Wenn Sie nicht so lange warten möchten, können Sie mit entsprechenden Präparaten nachhelfen und das Wasser mit Bakterien „animpfen“
• Um Schadstoffe zu binden (vor allem bei Leitungswasser), sollten Sie evtl. eine Aktivkohle-Filterschicht (in Außenfilter) einsetzen
• Nach den ersten 2 bis 3 Tagen brauchen die Pflanzen in der Regel zusätzlichen Flüssigdünger
• Kontrollieren Sie gelegentlich auch die Wassertemperatur. Sie sollte für die meisten Zierfische zwischen 24 und 25 °C liegen

WICHTIG: Wassertest

Für den Ablauf des Wassertests empfehlen wir folgendes Verfahren:

- Messen Sie die Wasserwerte nachdem das Wasser das erste Mal komplett klar geworden ist. 
- Danach messen Sie alle 2-3 Tage und notieren sich die Werte
- Sobald zweimal hintereinander keine erhöhten Nitrit und Ammonium-Werte mehr gemessen werden, kann ein erster Besatz mit wenigen Fischen erfolgen